HERAKLION

Villen in Heraklion

Heraklion

Die Hafenfestung Koules aus dem 16. Jahrhundert am venezianischen Hafen, an dem auch die venezianischen Arsenale (Lagerhallen) erhalten sind, schützte lange Zeit den Zugang zu einem der wichtigsten Häfen der Republik Venedig.

Der 5,5 Kilometer lange Ring der venezianischen Festungsmauern mit den vorgelagerten Bastionen und Wallgräben, die der türkischen Belagerung 21 Jahre lang standhielten, ist, von Grünanlagen gesäumt, praktisch vollständig erhalten.

Weitere sehenswerte bauliche Zeugnisse der venezianischen Vergangenheit konzentrieren sich im Stadtzentrum:
Die zweigeschossige venezianische Loggia, 1626–1628 in italienischem Renaissancestil erbaut, war mit ihrem Arkadengang in venezianischer Zeit das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Im rückwärtigen Teil befindet sich heute das Rathaus.

Die Agios-Titos-Kirche, dem ersten Bischof von Kreta geweiht, wurde ab 1869 während der Osmanischen Zeit als Moschee errichtet und 1925 als orthodoxe Kirche geweiht. Sie beherbergt mit dem in Gold gefassten Schädel des Heiligen Titos eine hoch verehrte Reliquie.[20]

Der Morosinibrunnen [auch Löwenbrunnen] (erbaut 1628) auf der von zahlreichen Straßencafés umgebenen Platia Venizelou bildet das Herz der Stadt. Der aus acht reliefgeschmückten Wasserbecken mit einer von vier steinernen Löwen getragenen Wasserschale in der Mitte bestehende Brunnen wurde über ein 15 km langes Aquädukt aus den Quellen von Archanes gespeist.

In der Marktstraße Odos 1866 herrscht vormittags lebhaftes Gedränge an den Marktständen, die Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände aller Art feilbieten. In den Seitengässchen befinden sich zahlreiche Lokale.

Auf der Martinengo-Bastion am südlichsten Punkt der venezianischen Stadtmauer liegt das Grab des in Iraklio geborenen und aufgewachsenen Dichters Nikos Kazantzakis (1883–1957), des Schöpfers des „Alexis Sorbas“, dem wegen seiner unorthodoxen Ansichten die Bestattung auf einem Kirchhof verweigert wurde.
Es trägt die vom Dichter selbst gewählte bekannte Grabinschrift:
“Δεν ελπίζω τίποτα. Δε φοβʊμαι τίποτα. Είμαι λέφτερος.”
„Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“

Museen
Das Archäologische Museum an der Platia Eleftherias, dem Verkehrsknotenpunkt im Stadtzentrum, bietet einen weltweit einzigartigen Überblick über die minoische Kultur.

Das Historische Museum (Odos Sofoklis Venizelou) bietet Einblicke in die kretische Kultur von der frühchristlichen (z. B. Kalender von Zou) bis in die Neuzeit. Schwerpunkte bilden die byzantinisch-mittelalterliche Sammlung (mit dem einzigen Gemälde El Grecos auf Kreta), die Ausstellung über die kretischen Aufstände und eine volkskundliche Sammlung. In einem Nikos-Kazantzakis-Saal finden sich Erinnerungen an den Schriftsteller. Auch der deutsche Überfall auf Kreta und die Besatzungszeit werden behandelt.

Das Ikonenmuseum in der Kirche Agia Ekaterini am gleichnamigen Platz zeigt Ikonen- und Fresken.

Das Naturhistorisches Museum auf der Sofokli-Venizelou gelegen, ermöglicht einen Einblick in die Flora und Fauna des östlichen Mittelmeerraumes u. a. mit einem lebensgroßen Exponat eines Dinotheriums und einem Erdbebensimulator

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Iraklio